Native Werbung ist ein Format, in dem das Werbeerlebnis mit dem Medium, auf dem es erscheint, harmoniert. Mit anderen Worten, es handelt sich um Werbeinhalte, die sich auf natürliche Weise in den Rest der von den Medien ausgestrahlten Inhalte integrieren lassen, sowohl in Form als auch Inhalt (redaktionelle Linie). Ein konkretes Beispiel ist der gesponserte Artikel, ein Format, über das wir in diesem Blog bereits viel gesprochen haben.

Diese Form der Werbung ist so beliebt, dass sie laut einer Studie des Interactive Advertising Bureau (auf Englisch) bis 2021 gut drei Viertel des Online-Werbemarktes ausmachen könnte. Worauf können wir einen so phänomenalen Erfolg zurückführen? Die Antworten in diesem Beitrag.

1- Kontextbezogenes Targeting

Sicherlich hat die Online-Werbung nicht auf die native Advertising gewartet, um die Internetnutzer mit Genauigkeit anzusprechen. Die Targeting-Kriterien für native Werbung sind jedoch weniger restriktiv und pragmatischer. So richtet sich ein auf einer Angelwebseite gesponserter Artikel an alle Angelsportler, unabhängig von Geschlecht, Alter oder sozialen Netzwerken, in denen sie gelistet sind.

Das Beispiel des Angelns ist offensichtlich, aber der Einsatz von nativer Werbung kann Marken zwingen, sich die folgende Frage zu stellen: Welche Webseiten werden regelmäßig von meiner Zielgruppe besucht? Dies ist ein immer wichtiger werdender Aspekt, der in die Definition Ihrer Personae einbezogen werden muss.

2- Ein angenehmes Benutzererlebnis

Mit Werbebannern und anderen Pop-ups wird die Benutzerfreundlichkeit beeinträchtigt. Außerdem klickt niemand mehr auf die klassischen Werbebanner. Ein immer wiederkehrender Fun Fact ist diese unzuverlässige, aber symbolische Statistik: Sie sterben eher bei einem Flugzeugabsturz als auf ein Banner zu klicken. Übrigens, wann haben Sie das letzte Mal auf ein Banner geklickt? Eine Ewigkeit, wahrscheinlich.

Native Werbung fügt sich respektvoll in den Content Flow des Nutzers ein und wird daher vom Nutzer besser angenommen. (Bildnachweis: Brooke Cagle, Unsplash)

3- Ein Format, das schwer zu ignorieren ist

Tatsächlich haben es Eye-Tracking-Studien bewiesen: In entwickelten Märkten wie Europa schauen die Internetnutzer nicht einmal mehr auf Werbebanner, wo auch immer sie sind. Es ist nicht mehr einmal ein bewusster Versuch, sie zu vermeiden, sondern ein einfacher Automatismus, bei dem das Gehirn seit Jahren darauf trainiert wurde, sie zu vermeiden.

Der Blick vermeidet nicht die native Werbung, weil das Gehirn sie nicht einem parasitären Element anpasst. (Bildnachweis: Victor Freitas, Pexels)

Native Anzeigen hingegen sind schwer zu ignorieren, da sie sich natürlich in den Rest des Inhalts einfügen. Auf jeden Fall ist das Format zu neu und anspruchsvoll, als dass das Gehirn bereits weiß, wie man es automatisch umgehen kann.

4- Machtlose Werbeblocker

11% der gesamten Internetbevölkerung nutzen einen Werbeblocker. In Frankreich, so Reuters, steigt dieser Anteil sogar auf 31% der Internetnutzer! Und das wird nur noch zunehmen. Google setzt derzeit eine neue Version von Chrome ein, dem beliebtesten Webbrowser, einschließlich eines Werbeblockers.

Chrome blockiert nun Popups, Zwischenablagen, Videos mit automatischer Wiedergabe und Banner, die zu groß sind. (Quelle: Coalition for Better Ads)

Adblocks und andere sind derzeit nicht in der Lage, native Werbung zu identifizieren und zu zensieren. Und es ist nicht zu erwarten, dass diese Blockade bald auf der Tagesordnung steht, da native Werbung genau ein Format ist, das als nicht aufdringlich gilt.

5- Ein florierendes Angebot

Die meisten großen Medien bieten heute ein natives Werbeangebot. Andere spezialisiertere Webseiten sind auf speziellen Plattformen wie getfluence.com registriert, auf denen sie mit Werbetreibenden in Kontakt gebracht werden.

Sogar Le Monde hat mit nativer Werbung begonnen, hier für IBM. (Quelle: Take Part Media)

Ebenso ist es nicht verboten, einen Blogger in einer bestimmten Branche zu kontaktieren, um ihm einen gesponserten Artikel anzubieten, auch wenn er das noch nie zuvor getan hat: Sie könnten einfach sein erster Kunde sein!

Native Werbung wird sich im Internet allmählich zur Norm entwickeln, sowohl auf PCs als auch auf Handys. Dies ist eine Chance sowohl für die Internetnutzer – für den Komfort der Navigation – als auch für Marken, die wieder Interesse an ihren Werbeinhalten haben.